Die Ernährungsfrage geht uns alle an
Uniterre präsentierte die drei aktuellen Volksinitiativen zur Ernährungssicherheit in der Schweiz. Es geht um mehr als nur um das was wir auf dem Mittagstisch haben
Strohballenarena.docx (19.64KB)
Die Ernährungsfrage geht uns alle an
Uniterre präsentierte die drei aktuellen Volksinitiativen zur Ernährungssicherheit in der Schweiz. Es geht um mehr als nur um das was wir auf dem Mittagstisch haben
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Abstimmung über die Ernährungssicherheit? 

Am 24. September stimmen die Schweizer Stimmberechtigten über den Gegenvorschlag des Bundesrates zur Ernährungssicherheits-Initiative des Schweizerischen Bauernverbandes ab.

Ziel der Initiative war, die Lebensmittelversorgung der Schweizer Bevölkerung mir einheimischen Produkten in Krisenzeiten zu sichern. Der Bundesrat und das Parlament haben die Idee aufgegriffen und verwässert. Statt die einheimische Landwirtschaft nachhaltig zu stärken und den Schweizern Bauern eine verlässliche Existenzgrundlage und damit die Inland-Produktion langfristig abzusichern, wurde das Tor für den Freihandel geöffnet, indem die Ernährungssicherheit bei Versorgungsengpässen durch Importe aus dem Ausland in der Verfassung verankert wird.

Der Bauernverband hat aus taktischen Gründen die Initiative zurückgezogen und unterstützt nun den Gegenvorschlag des Bundesrates. Wohl nach dem Motto "Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach". Diese Einstellung mag politisch korrekt sein, wird aber die Versorgungssicherheit in unserem Land nicht zum Positiven wenden. Was die Schweiz wirklich braucht und zwar dringend, ist eine starke Landwirtschaft, deren Zukunftsperspektiven auch aus ökonomischer Sicht intakt sind. Dies bedingt allerdings eine Abkehr von der bisherigen Politik, die einheimische Landwirtschaft durch überhöhte ökologische Auflagen und dem Ansinnen, die Preis der einheimischen Erzeugnisse auf EU-Niveau zu drücken. 

Mag die Vorlage des Bundesrates auch sympathisch sein, leider wird sie den Ansprüchen an einer krisenfesten Ernährungssicherheit nicht genügen. Auch mit Blick auf die Initiative "Ernährungssouveränität" von Uniterre, die mit einem weit umfassenderen Ansatz, die Souveränität der Schweiz über die Produktion und Versorgung mit Lebensmittel fordert, wäre es aus staats- und sicherheitspolitischen Gründen gut, würden die Schweizer Stimmberechtigten den "Spatz" gegen die "Taube" eintauschen und den Gegenvorschlag des Bundesrates wohlwollend zur Kenntnis nehmen, ihn jedoch  zurückweisen. Wirkliche Ernährungssouveränität bedingt die Unabhängigkeit vom Ausland, und diese ist mit der Anbindung an die internationalen Agrarmärkten überhaupt nicht gegeben, vielmehr bereitet die Vernachlässigung der eigenen Produktion den Boden für Erpressungen vor.